Bericht zur Gilfertrophy 2010
Bedingt durch die warmen Tage in der Woche vor der Gilferttrophy, war ich mir ziemlich sicher, dass das Rennen abgesagt, oder zumindest verschoben wird. So konzentrierte ich mich, von den frühlingshaften Temperaturen beflügelt, bereits auf meine Form am Rad. Der Aufwand um in ein Gebiet zu fahren, wo mit Sicherheit noch Schnee liegt war mir einfach zu groß, zudem hatte ich soviel Arbeit, das sich sowieso nur noch Nachttouren ausgingen. So radelte ich in dieser Woche in meinen 2 stündigen Mittagspausen locker umher, und wurde schon langsam heiß auf die Radsaison. Am Freitag gabs noch ein anständiges Ganzkörperkrafttraining mit anschließendem Ganzkörpermuskelkater. Am Samstag wurde dann endlich das Rennrad für diese Saison eingeweiht. Herrlich, endlich war es wieder soweit! Ich plante für Sonntag schon eine richtig lange Tour, da der Wetterbericht versprach, das es noch mal um gut 2 Grad wärmer wird (Die Föhnsturmwarnungen ignorierte ich).
Aber irgendwie ließ mir die Gilferttrophy keine Ruhe.
30 Minuten vor Ausgabeschluss der Starnummern entschoss ich mich spontan doch noch teilzunehmen. In 10 Minuten war alles gepackt und da glühte ich schon wie ein Irrer Richtung Weerberg.
Dort angelangt, war ich recht entspannt, da ich mir für dieses Rennen nicht mehr soviel erwartete, wie ursprünglich geplant.
Der Start wurde, wegen Schneemangel etwas nach oben versetzt, und das Ziel scheinbar wegen dem starkem Wind nach unten. Zudem verlief der erste Teil der Strecke über die ehemalige Nordabfahrt, da dort zumindest noch etwas Schnee lag. An manchen Zwischenstücken wurde sogar etwas Schnee auf die Strecke geschaufelt. Die Veranstalter versuchten also das Rennen auf jeden Fall durchzuziehen.
Diesmal stellte ich mich am Start in vorderster Reihe auf, um nicht wie sonst so oft, hinter zu langsamen Läufern festzustecken und den Anschluß an in etwa gleich starke Rennteilnehmer zu verlieren.
Leider hat das auch einen Nachteil
Da beim Start die meisten wie die Irren loslaufen, stieg mir ein Läufer im Eifer des Gefechts auf meinen Ski und ich stach durch die dünne Schneedecke hindurch ins Erdreich ein.
Leider kam ich nur mehr im Rückwertsgang aus meine Misere, was nicht so einfach war, da sich hinter mir lauter fluchende Läufer stauten. Als ich endlich befreit, weiterlief war ich relativ weit hinten, und fang deshalb nochmal zu laufen an und konnte mich so wieder etwas vorarbeiten.
Bei der ersten Linkskurve welche die Strecke machte, versuchte ich den etwas kürzeren Weg über ein Wiesenstück, ohne Schnee, zu machen und stach abermals ins Erdreich ein.
Verdammt, schon wieder Plätze verloren!
Wieder einen Zahn zugelegt.
Kurz vor einer etwas flacheren Passage reihte ich mich dann wieder ein um mich etwas zu beruhigen um dann wieder angreifen zu können.
An diesem Zwischenstück angelangt, zündete ich wieder die Raketen, um dann wenig später mit dem Schlitz des Tourenskis an einem kleinen Bäumchen hängen zu bleiben. Abermals kam ich nicht weiter ohne vorher den Rückwärtsgang einzulegen.
Na Bravo! Meine Skispitzen waren nun schon voll mit Erde und Zweigen.
Aber es ging weiter, und so kamen wir schon zu den erste Zusehern. Einer von Ihnen war eifrig am fotografieren. Ich wollte locker wirken mit Daumen nach oben, und da stolperte ich auch schon über meinen eigenen Stock……
F..k, nun hatte ich den Anschluß zu Spitze komplett verloren. Aber vermutlich war es besser so.
Von da an konnte ich eigentlich immer schön mein Tempo gehen. Vor mir, sowohl auch hinter mir war genügend Abstand.
Bis das erste Flachstück kam.
Was ich da falsch machte weiß ich nicht.
Vor mir zogen alle davon und der Läufer hinter mir, Loizl Kurt vom LTS Seefeld, kam immer näher. Ich versuchte verschiedene Techniken durch, um schneller zu werden: Längeres Gleiten, mehr Armeinsatz, schnellere Schritte, weitere Schritte…. nichts nützte.
Leider kostete mich das zu viel Saft (ausgerechnet im Flachen), und so lies ich Kurt im Walstück vor, um nicht total gehetzt zu werden.
Ich konnte lange dicht an ihm dranbleiben, bis das nächste Flachstück auftauchte, dort kam mir dann Ostermann Helmuth vom Rennteam Alpachtal immer näher.
Da ich mir unbedingt vornahm an der Labestation, etwas zu essen und zu trinken, um nicht wieder, wie im Vorjahr komplett einzugehen, kostete mich das nochmal Zeit und Kurt war in unerreichbare Ferne gerückt.
In den darauffolgenden steileren Passagen auf dem Weg zum Ziel ging mir dann, wie schon im Jahr zuvor, total der Saft aus. Ich begann bei den Spitzkehren zu schwächeln und Helmuth kam mir gefährlich nahe.
Die letzten paar Höhenmeter war ich so am Sand, dass ich mir sicher war, das ich noch von einigen Läufern eingeholt werde. Ich hatte nur mehr eins im Kopf: Quäl dich du Sau!
Und ich biss durch und konnte eine für mich passable Zeit von 1:30:23 schaffen und wurde damit 11ter.
Den Sieg unter den Herren der Strecke A konnte sich Holzer Manfred mit einer Zeit von 1:18:20 vor Widauer Stefan und Seebeck Maximilian holen.
Viele gute Läufer starteten auf der kurzen Strecke. Warum weiß ich nicht. Vermutlich sahen sie sich bessere Chancen auf’s Stockerl
Zuhause angekommen bemerkte ich erst, dass ich lauter Blasen und eine aufgewetzte Stelle an den Füßen hatte.
Dachte mir, vor der Preisverteilung gehe ich noch etwas locker ausradeln, dass aber so stark der Föhn geht und die Steigung von Weer auf den Weerberg so steil ist hatte ich nicht bedacht, und so hatte ich am Ende des Tages ein ordentliches Training hingelegt.
Alles in allem war es eine sehr schöne Veranstaltung, bei der man merkt, das die Veranstalter, mit Herzblut dabei sind.
Zudem gewannen auch Läufer, die der Durchschnittszeit am nächsten kamen, tolle Preise. Das gepaart mit der kürzeren Variante des Rennens macht die Gilferttrophy auch für Hobbyläufer sehr interessant.
Bei diesem Rennen wurden generell sehr schöne Sachpreise und Pokale vergeben, was mit dazu beiträgt, das es für mich zu einem der schönsten Rennen zählt.
Foto: Oswin Sporer
02 März 2010 um 09:00
Wow – tolle Schilderung, tolles Rennen. Du bist ja wirklich ein zäher Hund …
02 März 2010 um 13:53
Super Marian – und ab jetzt Training für die Hungerburg!
02 März 2010 um 14:42
Lässig!!
02 März 2010 um 16:23
Geniale Schilderung, super Leistung!
Noch ein bisschen an der Technik arbeiten dann bist vorne dabei!!
2010 wird unser Jahr!!!
Tom
04 März 2010 um 07:16
Hallo Marian,
gratulation zu deiner Leistung. Leider warst du für meinen AV zu schnell, deshalb auch das schlechte Bild.;-)
Gruß
O.S.
04 März 2010 um 21:58
Danke! Ich hoffe ich kann meinen Leistungszuwachs beim Tourengehen auch auf’s Rad umlegen, aber so weit wirds schon nicht fehlen. Hungerburg wird angegriffen!
@ Oswin: Hab ganz vergessen mir die Rechte für das Foto einzuholen. Ich hoff das geht in Ordnung. Die anderen Fotos wahren ja alle scharf, aber mir gefiel das trotzdem am besten – auf diesem Bild sieht mir gar nicht an, wie fertig ich da schon bin