MTB Trainingslager Türkei – Manavgat

mit AnB, Benni, Mario, Tom

Alle Fotos vom Trainigslager gibt es hier!!

[Lettn] TANG!
Mit diesem einen Wort lässt sich unser 1. ausser-europäisches TSD-Abenteuer am besten zusammenfassen. Gleich gefolgt von “Psychischem Magnetismus”.

[AnB] Irgendwann kam ich auf ein Angebot des Bikehotels Linda in Side/Titreyengöl. All inclusive, 1 Woche inkl. Flug 250.- Da reifte die Idee wieder einmal ein Trainingslager zu machen – schnell waren Tom und Benni überzeugt, Mario überzeugt das Sportgerät: MTB.

Als wir am 6.2. in den Flieger stiegen waren wir uns noch nicht klar, was uns erwartete. Die Wetterprognosen von “rain” bis zu “heavy rain” – die ganze Woche.

Tag 1, So. 07. 02. 2010

[AnB] Früchstück um 8 Uhr, Abfahrt 10 uhr. Nach 2km musste Tom die Tour abbrechen; Defekt am Steuerlager. Während er ein Geschäft suchte, keines fand, in bester MacGyver Manier das Lager mit dem Plastikverschluss einer Wasserflasche reparierte und joggen ging, fuhren wir drei – naja, dem Vorderrad nach.

( [Tom] Das Steuerlager war eigentlich nicht defekt, nur der falsche Gabelkonus am Gabelschaft, der nicht mit dem Lager zusammenpasste (habe die Gabel vom Epic auf das Loasracer-Hardtail ummontiert), und der Gabelkonus am Lager streifte. Glücklicherweise hat der Verschluss einer Standard-PET-Getränkeflasche und 1 1/8″ Gabelschäfte auf den Millimeter genau den selben Durchmesser, und so konnte ich den Ring der nach dem Öffnen der Flasche übrig bleibt auf das Schaftrohr geben um so einen Abstand zwischen Lager und Gabelkrone herzustellen, der ausreichend war um das Rohr frei drehbar zu machen. Leider war der Steuersatz so halt nicht mehr ganz dicht, musste nach jeder Ausfahrt einen halben Liter Wasser aus dem Rahmen entleeren ….. Ich fuhr dann alleine noch eine Stunde in Manavgat herum, ein Bike-Geschäft zu suchen (vergeblich), und ging danach noch eine Stunde lang laufen, um den Strand und die Hotel-Landschaft zu erkunden.)

[AnB] Durch “psychischen Magnetismus (c)Lettn” und der Fähigkeit Wege aus den Gedanken entstehen zu lassen, tat sich vor uns ein Prachtweg auf. Verkehrsfrei, wir fuhren in die Richtung die uns gefiel, und das war gut so. Irgendwann nach 2,5 Stunden auf 600hm begann es zu regnen und hörte auch nicht mehr auf – kein Problem. Aber, es war ja mit 4°C recht angenehm. In dem Ort der noch nie Biker gesehen hat, lud uns ein freundlicher Türke ohne Vorderzähne gleich zum Essen ein, was wir aber ablehnen mussten – besser kein Essen und nicht erfrieren, als umgekehrt.

Rückfahrt unter Eisregen auf selber Strecke. Im Hotel angekommen erwartete uns Tom und wir besuchten das türkische Bad. Zuerst aufwärmen im Hamam, dann ein händisches Ganzkörperpeeling gefolgt von einer wohlduftenden Einschäumung, einer 50min Ganzkörpermassage und einer Gesichtspflege kam wir gerade noch zum Abendessen, das wir in Rekordzeit vertilgten. Das Essen im Hotel: traumhaft – und das war gut so.

Tag 2, Mo. 08. 02. 2010

[Tom] Wind in Orkanstärke und strömender Regen machte ein Training heute unmöglich – nicht einmal Profis würden heute auch nur einen Kilometer auf dem Rad verbringen. Also entschieden wir uns das hoteleigene Fitness-Studio (oder besser gesagt den Fitness-Raum) zu benützen und kaltes Eisen für Oberkörper-Training heranzuziehen. AnB zeigte uns Übungen für Muskel-Regionen, von denen wir vorher nicht wussten dass sie existierten.

[Lettn] AnB und ich hatten Vormittag schon ein gewisses Jucken im Oberkörper, deshalb absolvierten wir auch zwei Trainingseinheiten an diesem Tag. (mehrere Muskelkater verfolgten mich die ganze Woche) Ein spezieller Lacher war die “Abschlussübung” von AnB – die leider nicht durchführbar war weil uns zuvor schon kaputt trainiert hatten…

NO PAIN – NO GAIN!

Danach mussten wir natürlich in bewährter TSD-Manier auch etwas für Unterhaltung sorgen, und entschieden uns bei ca. 10 Grad Luft- und Wassertemperatur praktisch nackt durchs Hotel zu flitzen und uns im Hotel-Pool abzukühlen – unter johlendem Applaus der anderen Hotelgäste und des Hotelpersonals – Spätestens jetzt wusste das ganze Hotel dass 4 durchgeknallte Biker im Hotel anwesend waren!

[Tom] Zuerst dachte ich “Das machen wir aber jetzt nicht wirklich”, aber nachdem Benni schon mit einem Köpfler ins eiskalte Wasser eintauchte, und Mario und AnB  ebenfalls nicht lange zögerten wusste ich dass es jetzt kein Zurück mehr gab – die Kälte im Wasser raubte mir fast die Sinne, 5 Sek. später waren wir aber schon wieder heraußen, das hält keiner lange aus.

Nach einem kurzen Saunagang wiederholten wir dieses lustige Schauspiel, wieder versammelten sich die schaulustigen (weiblichen) Hotelgäste an der Salon-Glassscheibe, diesmal ging sich sogar eine Länge hin- und herschwimmen aus. Leider gibt es von dieser Aktion keine Fotos.

Somit war auch am wetterbedingten “Ruhetag” für ausreichend Aktivität gesorgt!

Tag 3, Di. 09. 02. 2010

[Benni] Heute haben wir deutlich besseres Wetter. Genau über uns ist ein Fleck mit wenig Wolken und teilweise blauem Himmel und sogar die Sonne blinzelt hin und wieder herunter. Dementsprechend motiviert sind wir als wir nach einem ausgiebigem Frühstück (mit gewaltigen Pfannkuchen und TANG) auf unsere Räder steigen. AnB hat in seinem Übermut sogar TANG 1:1 in seine Flasche gefüllt, was ihm aber niemand glaubt *Legende*!?!?.

Die ersten Kilometer rollen wir entlange der Hotelroute fast küstenparallel Richtung NW. Als wir mit etwas erhöhter Geschwindigkeit durch einen Touristenbazar fahren, ertönen Rufe wie: Das ist doch keine Rennstrecke, oder Was is n dat? Die Tour de Franz?”. Am Ende der Hotelroute häuften sich die typischen türkischen Bauruinen (nie fertig gestellte aber längst verfallene Appartmentkomplexe). Eine faszinierende, 20m breite, unbefahrene und mit Schlaglöchern übersäte Autobahn (das Lerner Flugfeld) führt uns zurück auf die Hauptstraße. Von hier aus lassen wir uns von einem Regenbogen und der gewaltigen Siluette der Berge ins Hinterland führen.

Regenbogen

So finden wir wie zufällig auch unser Ziel – den Köprülü Canyon. In diesem hatte im August 2008 ein verheerender Waldbrand gewütet, wie man an der spärlichen Vegetation und angekohlten Baumstümpfen gut erkennen kann.  Die Straße  der wir in den Canyon folgen ist in erstaunlich gutem Zustand und nur hin und wieder aufgrund der starken Regenfälle teilweise unterspült oder von Geröll bedeckt.

Kurzzeitig wurde das Tempo stark erhöht. Grund dafür war ein Hund der uns 5km lang mit konstanter Geschwindigkeit folgte bis er tot umfiel.  Nach einem etwas längeren Anstieg auf eine schöne Passhöhe folgt eine kurze Vollidiotenwertung über eine steile, total aufgeweichte Rampe zu einem tollen Aussichtspunkt.

Als Belohnung gab es dann einen tollen Strommasten-Schneisen-Trial (Benj-al-amin Trail). Gratis dazu Lettenpackung für Rad plus Fahrer!

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Umkehrpunkt dieser Tour ist wieder einmal eine Mosche (vermutlich im Dorf Kizildag), bei der wir unsere Trinkflaschen mit heiligem Wasser auffüllen und ein paar alte Männer faziniert unsere Räder begutachten und durch drücken der Bremse für gut befinden.

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Danach geht es auf dem gleichen Weg wieder zurück. Ca. 1h vor dem Hotel erreicht uns der schon lange drohende Regen. Um überhaupt lebend zurückzukommen legen wir eine Orangen-Fresspause ein, was einfach ist, da überall Bäume mit reifen Orangen neben der Strase stehen. Ein Cola und einen Schokoriegel (Zucker ist in dem Moment das geilste für den Körper!) später konmen wir durchnässt, aber mit fast sauberen Rädern im Hotel an.  120km 1600hm mit ca. 5h40min Fahrzeit.

Erste Station nachher war wieder mal die Sauna. Nachdem alle Körperteile wieder auf normaler Betriebstemperatur waren, Duschen und den üblichen 2h Fressmarathon starten. Nicht zu vergessen, das allabendliche Bikeservice.

Tag 4, Mi. 10. 02. 2010

[Lettn] Na super! 0700h morgens, Andi trällert seinen türkei-üblichen Guten-Morgen Song “The Sound Of Silence” (der übrigens Titelsong des TSD-Türkei-Soundtracks wurde). Doch damit nicht genug. REGEN!

Erstmal das Frühstück checken, wie üblich 1h härteste Arbeit um auch sicher genug für den Tag zu fressen. Immer noch Regen. Jetzt schlägt die Gruppendynamik zu: Was man daheim alleine niemals tun würde, wird hier zur Realität. “Jetz gemma biken”. Ohne (oder zumindest nur mit kleinen) Bedenken zieht man sich an und stellt sich drauf ein, innerhalb kürzester Zeit für laaange Zeit nass und kalt zu sein.

Keine Überraschungen hier, so kommts dann auch. Tom führt uns an – auf der Hauptstrasse Richtung Alanya. Unser Psychischer Magnetismus ist etwas eingerostet, wir verfehlen die Abzweigung nur knapp um einige Kilometer. Wir drehen um, Benni verlässt uns Richtung Hotel weil er eine leichte Erkältung aufsteigen spürt. Schliesslich finden wir die richtige Abzweigung inklusive abenteuerlichem Wegweiser.

Das erste Ziel der Fahrt ist ein Wasserfall, den Tom sich anschaut während Andi und Mario zum Zeitvertreib ein Pyramidentrainig absolvieren. Toms Ausflug wurde bis auf 2 Zusatz-Kilometer nicht richtig belohnt: der Wasserfall war eher eine Touristenfalle. Wenigstens hört es auf zu regnen. Die weitere Auffahrt ist richtig lässig, die Landschaft beeindruckend, wir fahren auf einer traumhaften Bergstrasse. Ziel ist wie immer ein kleines Bergdorf, wir stoppen an der üblichen Moschee.

Das Bild ist ähnlich: Mehrere Leute stehen in der Gegend herum und schauen (in diesem Fall auf eine kaputte Motorsäge). Das Verhalten komplett anders, anstatt freundlich begrüsst zu werden, werden wir komplett ignoriert. Auch egal, kurze Rast, Jacke an, ab nach Hause.

Gleich sind wir auf der “Hauptstrasse”. Mit dem Rennrad auf so einer Strasse zu fahren ist unmöglich, durch die vielen Schlaglöcher eher grob leichtsinnig. Hier ist Bike-Gebiet! Der Rollwiderstand ist unglaublich hoch, der Asfalt sehr grobkörnig. Wie wir herausgefunden haben, sind auch alle Steine im Asfalt immer (egal welche Richtung) extra gegen die Fahrtrichtung angeordnet, um den Rollwiderstand zusätzlich zu erhöhen.

Die weitere Rückfahrt zieht sich etwas länger als erwartet, AnBs Ausage “Jetz müss ma nur noch da raus fahren” entpuppt sich als ausgewachsene Etappe über unzählige Hügel auf dem bereits erwähnten schlechten Asfalt. Zusätzlich: Ein Patschen, eingefangen durch eine eingefahrene Dorne. Das ist uns insgesamt recht oft passiert.

Beim Flicken des Patschens entsteht die wahrscheinlich gefährlichste Situation der ganzen Woche: Toms bis dahin völlig unauffällige Minipump mutiert urplötzlich zur fleischfressenden Bestie und verbeisst sich in Andis Hand, die wir nur durch schnelle Reaktion und Teamarbeit von drei Leuten befreien konnten. Evtl sollte man zusätzlich zum Kampfhund-Führerschein auch einen Kampf-Minipump-Führerschein andiskutieren. (Aber sie war doch immer so freundlich und unauffällig… – Nix da! In jeder Minipump steckt ein Monster!)

Wieder mal: Letzte Hoffnung Tankstelle – schnell Cola und Riegel, dann ab in Toms Windschatten Richtung Hotel. Erste Station Sauna, 2h Fressorgie, ein Bier an der Bar, die Bauchtänzerin und ihre willigen Opfer die sich zum Affen machen bestaunen. (Ausnahmsweise triffts einmal nicht mich…).

Tag 5, Do. 11. 02. 2010

[Tom] Endlich! Es regnet nicht! Das kann doch nicht sein!?!? War das nur ein Scherz der Natur, um uns wieder raus aufs Bike zu locken, um uns dann 50km vom Hotel entfernt mit dem schlimmsten Regenschauer den man sich vorstellen könnte, auszuradieren? Wir trauten dem Frieden nicht. Trotzdem planten wir für diesen Tag eine tolle Tour, die uns endlich zum berühmten Stausee bei Oymapinar führen sollte. Wir überlegten zunächst ob wir überhaupt diesen See anfahren sollten, da ja eh „jeder“ dort hinfährt, wenn er mit dem Bike in der Gegend ist – trotzdem haben wir dieses Tagesziel als für würdig befunden.
So starteten wir in bewährter Manier um 10 Uhr, fuhren durch Manavgat und waren ob dessen verdreckten und verwahrlosten Randsiedlungen doch etwas schockiert. Wir steuerten den Stausee nicht direkt an, sondern wollten um die Tour zu verlängern vorher noch den doch ziemlich weit im Hinterland gelegenen Ort Yaylaalan mit einem Besuch beehren.

Außerdem führte uns dieser Weg Großteils über die Rennstrecke des „UCI Mountainbike Marathon World Cups Manavgat/Turkey“. Wie schon tags zuvor, war die extrem breite, aber sehr schwach befahrene Straße wieder mit „extra heavy rolling resistance tarmac“ und leichten Steigungen ausgestattet, viel mehr als 20 km/h im Schnitt waren nicht drin. So dauerte es doch einige Zeit bis wir das erste Tagesziel Yaylaalan erreichten, dies wurde uns jedoch mit zeitweisem Sonnenschein und sehr angenehmen Temperaturen um 18 Grad versüßt – AnB fuhr zeitweise sogar kurz/kurz. In Yaylaalan angekommen, wurden wir sogleich von 2 gebildeten Einheimischen auf Deutsch begrüßt, kurz darauf brachte ein Schulbus eine Horde Kinder die uns mit einem stürmischen „Heeelloooo“ entgegen winkten.

Um den Schotter-Weg zum Stausee und weiter nach Oymapinar zu finden, verließen wir uns wieder auf unseren psychischen Magnetismus, und fuhren einfach wieder mal dem vorauseilenden Benj-al-amin Trail nach. Ein zunächst gut aussehender Schotterweg wurde immer steiniger und schlammiger, erinnerte dann immer mehr an den 409er Trail bei Riva / Lago di Garda, mündete aber dann in eine Wiese wo nichts mehr weiterging – alles wieder retour, der psychische Magnetismus funktionierte diesmal wieder nicht, ich glaube langsam das ist alles nur Spinnerei. Der steinige Weg war bergauf natürlich nur mehr halb so lustig wie bergab, naja, zumindest ein gutes Bergfahr-Technik-Training – zurück zur Straße, und entlang dieser dann weiter nach Oymapinar.

Zuerst schockierte uns Mario mit einem extremen Rusty-Nail Patschen – innerhalb von 2 Sek. war die Luft raus aus seinem Hinterrad, das Foto sagt wohl alles. Die Fahrt aus diesem Tal Richtung Stausee war extrem genial, keine Zivilisation, keine Autos, nur die Natur, eine schlechte Asphaltstraße und wir. In Oymapinar angekommen, mussten wir insgesamt 2 EUR Maut bezahlen – ich kann mich nicht erinnern jemals mit dem Bike eine „Straßenmaut“ bezahlt zu haben – die sich jedoch sofort bezahlt machte, auch die Auffahrt zur Aussichtsplattform bei der Staumauer zahlte sich aus.

Stausee bei Oymapinar

Jetzt mussten wir nur noch über die „Dörferlinie“ wieder Richtung Manavgat „zurückrollen“, jedoch war diese Dörferlinie wieder mit mind. 23 Steigungen gewürzt, so dass wir an diesem Tag auch wieder 1600hm zusammen brachten. Das Wetter war den ganzen Tag über angenehm und trocken, nicht zuletzt deshalb war es für mich die beste Ausfahrt der ganzen Woche.

Tag 6, Fr. 12. 02. 2010

[AnB]Und am sechsten Tag werden die Ungläubigen büßen. Der Morgen taue in einem wunderschönen blau, mit Sonne verziert, um den Teufeln das kurze Gewand anzudichten. Alsdann werden Sie in die Stille der Einsamkeit entführt werden, woraufhin der Sturm und die Qual über Sie hinwegziehen sollen. Mit knapper Not sollen Sie aber überleben, um der Welt zu berichten wie groß Allah ist.

Ein herrlicher Morgen breitet sich aus. Endlich können wir kurz-kurz losfahren. Es ist schon warm und die geplante Strecke mit Namen „2km steinig“ erfreut unsere Gemüter. Die  bereits bekannte Hotelroute über das Lerner Flugfeld und dann eine Abzweigung von der Hauptstraße nach Nord. In Ermangelung an Ortstafeln ist das zwar schwierig, aber wir werden es schon schaffen.

„Aah – da rein!“ Eine super Straße eröffnet sich uns, wir passieren einen Müllaufklauber der uns so in etwa ansieht wie: und Mario spricht es leider aus: „Der fragt sich sicher was wir in seinem Garten tun“. Nichts, beschließen wir, und kehren nach 2km um. Die nächste Einfahrt wird anvisiert: herrlich, es rollt. Später durch einen Ort, die Jungen schau’n ungläubig, wir auch, und finden schließlich das Ende der Straße.

NICHT UMDREHEN, beschließen wir es Lot gleicht zu tun, und kommen immer weiter ins Nichts. Die Straße wir weniger, der Lettn mehr. Als wir durch ein Dornendickicht kriechen, wäre wohl die Lot’sche Salzsäule kein schlechteres Los gewesen.

Das ziehen wir aber jetzt durch!

Endlich in der Mitte des Nichts beginnt es zu regnen und dunkel zu werden, die Bikes strotzen vor aggressiven Schlamm, den es in dieser Form sonst nirgends gibt. Nix da. Weiter!

Da oben ist die Straße, dahinter die Orte!

Die Straße ist wieder ein Flugfeld. 12m breit von nichts zum Nichts. Einzig allein dazu da, um da zu sein.

Straße

Doch die extrem zielgerichtete Motivation des Teams führt uns schließlich aus dem Nichts hinaus ins Nichts. Wir folgen der Straße bis zur Moschee  am Ende der Welt, die vorsorglich mit einem „Achtung radioaktiv“ Schild gesichert ist.
Radioaktiv

Der Rückweg über die Straße, die wir eigentlich hinauf wollten ist beinahe das beste der Woche.
down
Ewiglang zieht sie sich hinunter Richtung Meer. Der Regen hat schon lange wieder aufgehört, die Sonne kommt wieder durch – wir erreichen Side, das uns am Strand mit einem Cappuchino und Kuchen belohnt.

Die Rückfahrt über die antiken Stätten und den Strand bei beginnender Dunkelheit ist schnell, der 3km Schlusssprint sehr schnell. Wir erreichen das Hotel bei Nacht.

Back

Die Woche ist vorbei, und wir berichten euch wie groß das TSD ist.

Allgemeine Eindrücke von Türkyie:
- Freundliche Leute, Rennrad nur auf Hauptstraße möglich, schlechte Straßen, kaum Beschilderung, super Essen, Interessante Bergdörfer, arme aber zufriedene Menschen, angenehmes Klima (20 Grad am Abflugtag), Radsport nur wenig verbreitet

3 Kommentare zu “MTB Trainingslager Türkei – Manavgat”

  1. Lidi sagt:

    Wahnsinn. Selten eine so gute Geschichte gelesen. Geile Bilder, lässige Schilderungen, jede Menge running gags – erinnert mich an IOS-96 *glop-glop* – [TANG]. Freue mich schon so auf’s biken!!!!

  2. Marian sagt:

    Wow, tolle Story! Das warten hat sich gelohnt. Noch ein paar solcher Geschichten, und ihr habt einen Bestseller!

  3. Petra Ottmann sagt:

    Ich habe euren Bericht mit großem Interesse gelesen und freue mich über jeden, der das Abenteur Biken in der Türkei wagt. Wie man auch bei euch lesen kann, habt ihr viel Neues erfahren. Zu eurer Information: man kann auch gut Straße fahren, man muss nur wissen wo. Bei EGN TV könnt ihr umfassende Berichte zum Trainingscamp für Straßenfahrer finden. Nun zum MTB: Ich empfehle auf meiner Homepage für Touren in den Taurus immer einen ortskundigen Guide. Dafür gibt es mehrere Gründe:
    1. Das Gebiet ist zu groß, um es zu beschildern.
    2. Schon 20 km hinter Manavgat ist Natur pur, man trifft kaum noch auf Menschen.
    3. Ein ortskundiger Guide kann wirklich interessante Routen zeigen, die man selbst in der kurzen Urlaubszeit nicht finden kann.
    4. Der Guide kennt Schwierigkeit und Beschaffenheit der Strecken und weiß dann, was er den Sportlern zumuten kann.
    5. Der Guide weiß, wo und wie man an Ersatzmaterial kommt.
    Das Wetter kann man leider nicht beeinflussen aber ich gebe meine Erfahrungen gern weiter, damit noch mehr begeisterte Biker den Weg in die Türkei finden und den Entschluss nicht zu bereuen brauchen. Gerade für Mountainbiker ist die Gegend um Manavgat ein Paradies. Übrigens findet am 4.4.2010 wieder ein MTB-Marathon in Manavgat statt.
    Viele Grüße aus der Türkei
    Petra Ottmann
    http://www.biking-türkei.de

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